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Amphotericin B lipid complex (ABLC, Abelcet®) ist eine Lipid-Formulierung von Amphotericin B. ABLC besteht aus einem Komplex von Amphotericin B mit Dymyristolphosphatidylcholin und Dimyristoylphosphatidylglycerol. Die räumliche Konfiguration von ABLC ist bandförmig. Der antimykotische Wirkmechanismus und die Empfindlichkeit sind dem konventionellen Amphotericin B vergleichbar. Wie bei den anderen Lipid-Formulierungen ist das Hauptziel die verringerte Toxizität bei gleicher Effektivität verglichen mit dem konventionellen Amphotericin B-Desoxycholat.
Die Amphotericin B - Konzentrationen im Blut nach Applikation von ABLC sind niedriger verglichen mit Amphotericin B - Desoxycholat. Allerdings finden sich höhere Konzentrationen von ABLC in der Lunge, der Leber und der Milz. Die Konzentration in den Nieren ist für beide Formulierungen etwa vergleichbar.
Anwendungsgebiete laut Fachinformation: Abelcet ist angezeigt zur Behandlung invasiver Mykosen, hervorgerufen durch Candida- oder Aspergillus-Spezies bei Patienten, die auf eine Therapie mit konventionellem Amphotericin (Amphotericin B-Natrium-Desoxycholat-Komplex) nicht ansprechen oder diese nicht vertragen, oder bei denen eine Therapie mit konventionellem Amphotericin B kontraindiziert ist.
Dosierung: ABLC wird üblicherweise in einer Dosis von 5 mg/kg verabreicht. Höhere Dosierungen bis 7 mg/kg konnten sicher verabreicht werden. Abelcet® wird in Deutschland durch die Firma Cephalon, München vertrieben.
Daten aus Studien: Die Nephrotoxizität von ABLC ist gegenüber konventionellem Amphotericin B geringer (1). Über äquieffektive Dosen gibt es nur wenige Daten. Eine Dosis von 4,8 mg/kg Abelcet® ist gegenüber einer AmBisome® - Dosierung von 1,9 mg/kg/Tag in einer kleinen Studie als vergleichbar effektiv beschrieben worden (4).
In einer doppelblinden randomisierten Studie wurde die Sicherheit von ABLC mit AmBisome® (3 mg/kg/d und 5 mg/kg/d) bei febriler Neutropenie und Fieber unbekannter Ursache verglichen. In den AmBisome® Armen traten signifikant weniger Fieber, Schüttelfrost, Nierentoxizität und toxizitätsbedingte Unterbrechungen der Therapie auf. Nach Tag 1 traten infusionsassoziierte Reaktionen zwar weniger häufig unter ABLC auf, aber Schüttelfrost war weiterhin häufiger als unter AmBisome®. Hinsichtlich der Effektivität fanden sich keine Unterschiede (28).
Walsh et al. (23) untersuchten den Einsatz von Abelcet® bei Organmykosen, die entweder auf konventionelles Amphotericin B refraktär waren oder Unverträglichkeiten gezeigt hatten. Während der Therapie mit Abelcet® kam es zu einem signifikanten Anstieg des Kreatinins gegenüber dem Ausgangswert. Allerdings zeigten 162 Patienten mit einem Ausgangs-Serum-Kreatinin von > 2,5 mg/dl einen signifikanten Abfall des Serum-Kreatinins im Verlauf der 1. bis 6. Woche nach Behandlungsbeginn. Ein Ansprechen der Behandlung unter den 291 nachgewiesenen Fällen einer invasiven Organmykose auf ABLC wurde bei 57 % der Patienten beobachtet (23).
Autor: Meinolf Karthaus, München
Letzte Aktualisierung: 25.11.2009