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AmBisome® stellt das am besten untersuchte lipidbasierte Amphotericin B dar. Bei AmBisome® handelt es sich um kleine echte Liposomen bestehend aus Phosphatidylcholin, Cholesterin, und Distearylphosphatidylglycerin. Der antimykotische Wirkmechanismus und das Wirkspektrum sind dem konventionellen Amphotericin B vergleichbar.

Die Hemmkonzentrationen in vitro sind für konventionelles AmB und liposomales AmB sehr ähnlich. Die verschiedenen Zubereitungen zeigen jedoch unterschiedliches pharmakokinetisches Verhalten. Dies ist möglicherweise der Grund, weswegen eine dem konventionellen AmB überlegene Wirksamkeit bisher für keine der Lipidzubereitungen bei Dosen bis zu 5 mg/kg gesichert werden konnte. Eine schwächere Wirkung gegen Schimmelpilzinfektionen bei niedrigen Dosierungen (0,5 - 2 mg/kg) ist nicht ausgeschlossen. Pharmakokinetische Studien berücksichtigen in aller Regel lediglich Gesamtsubstanz im Blut bzw. Plasma (frei und gebunden), was die Interpretation erschwert. Insbesondere liposomales AmB erreicht sehr viel höhere Plasmakonzentrationen als konventionelles AmB oder andere Lipid-Zubereitungen (2).

Zulassungsstatus: AmBisome® ist in Deutschland für die Erstlinientherapie von Patienten mit Pilzinfektionen zugelassen, AmBisome® ist ferner zur Behandlung der antibiotikarefraktären febrilen Neutropenie zugelassen. Hersteller ist Gilead Sciences, D - 82152 Martinsried.

Dosierungen: AmBisome® wird üblicherweise in einer Dosierung von 3 - 5 mg/kg Körpergewicht eingesetzt, Dosen zwischen 7,5 und 15 mg/kg Körpergewicht sind als sicher beschrieben worden (24).

Daten aus Studien: Die Sicherheit von liposomalem AmB ist in kontrollierten Studien gezeigt worden. Diese Studien waren aber nicht in der Lage, eine höhere Effektivität von AmBisome® bei Fieber unbekannter Ursache gegenüber konventionellem Amphotericin B zu zeigen (9,11).

Die Ansprechraten von liposomalem AmB bei invasiven Aspergillus-Infektionen werden zwischen 30 und 60 % beschrieben (5,12,13). Dabei haben Patienten nach allogener Knochenmarktransplantation ein besonders hohes Morbiditäts- und Letalitätsrisiko im Rahmen einer Aspergillus-Infektion (10). Die am häufigsten gewählte Dosierung für AmBisome® liegt zwischen 1 und 3 mg/kg pro Tag. Eine randomisierte Studie, die 1 vs. 4 mg/kg bei Infektionen durch Aspergillus spp verglich, war nicht in der Lage, einen Vorteil für die Gruppe der Patienten zu zeigen, die höher dosiertes liposomales AmB erhielten (6). Demgegenüber wiesen Leenders et al., die AmBisome® 5 mg/kg mit konventionellem Amphotericin B in der Dosierung von 1 mg/kg Körpergewicht verglichen, ein tendenziell höheres Ansprechen an Tag 14 bei nachgewiesenen und vermuteten invasiven Mykosen in der AmBisome® - Gruppe nach (p = 0,09) und ein signifikant besseres Ergebnis bei Patienten mit therapierefraktärer Grunderkrankung (p = 0,03) (11). Eine randomisierte doppelblinde kontrollierte Studie bei gesicherter oder wahrscheinlicher invasiver Aspergillose wies keine Unterschiede in der Effektivität mit initialer hoher liposomaler Amphotericin B (3 vs 10 mg/kg) Dosierung nach (5). Die höhere Dosis von 10 mg/kg wies allerdings mehr Nebenwirkungen auf.

Liposomales Amphotericin wurde mittels Inhalation zur Prophylaxe von Pilzinfektionen bei 271 hämatologischen Patienten in einer randomisierten placebo-kontrollierten Studie untersucht. Es fanden sich in der Gruppe mit inhalativem liposomalen Amphotericin B signifikant weniger Fälle einer invasiven pulmonalen Aspergillose (6 vs 18; p= 0.005), bei geringen Nebenwirkungen zumeist in Form von Husten (17).

Grundsätzlich sind alle bei konventionellem Amphotericin B beobachteten Nebenwirkungen und Unverträglichkeitsreaktionen auch unter liposomalem AmB berichtet und zu erwarten, allerdings in einem geringeren Ausmaß und niedriger Häufigkeit.

Kombinationen von AmBisome mit Echinocandinen wurden in kleinen Fallserien beschrieben (3). Daten aus kontrollierten Studien mit einer antimykotische Kombinationstherapie fehlen aber bislang.

Autor: Meinolf Karthaus, München
Letzte Aktualisierung: 25.11.2009