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Neben dem konventionellen Amphotericin B - Desoxycholat gibt es drei lipidbasierte Formulierungen. Dies sind das in Deutschland zugelassene liposomale Amphotericin B (AmBisome®) sowie Amphotericin B lipid complex (ABLC, Abelcet®) und das auf dem deutschen Markt derzeit nicht zugelassene Amphotericin B colloidal dispersion (ABCD, Amphocil®). Die lipidbasierten Formulierungen weisen im Vergleich zum konventionellen Amphotericin B zum Teil weniger Nebenwirkungen auf, zumindest wenn eine kurze Infusionsdauer von 4 h statt 24 h gewählt wird (7,9). Insbesondere die Nephrotoxizität tritt in deutlich geringerem Ausmaß auf. Die hohe Rate der Nebenwirkungen bei koventionellem Amphotericin B hat zu Empfehlungen von Fachgesellschaften zugunsten der lipidbasierten Amphotericin B Formulierungen geführt (8,18). Der antimykotische Wirkmechanismus und die Empfindlichkeit ist dem konventionellen Amphotericin B vergleichbar. Hinsichtlich der gebräuchlichen Dosierungen und der Nebenwirkungen sei an dieser Stelle auf die entsprechenden Seiten der einzelnen lipidbasierten Formulierungen verwiesen.

Indikationen: AmBisome® ist zur Erstlinientherapie von Pilzinfektionen zugelassen. Die anderen lipidbasierten Formulierungen weisen diesbezüglich keine Zulassung auf. Bei längerer antimykotischer Therapie mit Amphotericin B Desoxycholat kann ein Wechsel auf lipidbasierte Amphotericin B - Formulierungen indiziert sein, wenn Nierenfunktionsstörungen definiert als Erhöhung des Serum-Kreatinin über 2,0 - 2,5 mg/dl oder aber schwere infusionsassoziierte Toxizitäten auftreten. Der rechtzeitige Wechsel ist im Bereich der Knochenmarktransplantation von Bedeutung, da hier ein höheres Risiko hinsichtlich des Hämodialysebedarfs und der Letalität bei den Patienten beschrieben wurde, die einen Kreatinin-Anstieg auf > 2,5 mg/dl unter Amphotericin B aufwiesen (27).

Daten aus Studien: Kontrollierte Studien mit lipidbasierten Amphotericin B - Formulierungen wurden überwiegend bei antibiotikarefraktärem Fieber in der Neutropenie durchgeführt. In diesen Studien wurden lipidbasierte Formulierungen von Amphotericin B besser als konventionelles Amphotericin B vertragen (16,22). Eine Verdoppelung des Serum-Kreatinins wurde signifikant häufiger unter konventionellem Amphotericin B (1 mg/kg/d) im Vergleich zu 3 mg/kg/d AmBisome® (23 % vs. 3 %; p < 0,01) (22), aber auch bei anderen Lipidformulierungen von Amphotericin B beschrieben (19,23). In der antimykotischen Effektivität bei gesicherten Mykosen sind bislang keine eindeutigen Vorteile für eine der lipidbasierten Amphotericin B - Formulierungen gezeigt worden.

Hinsichtlich der Dosierung und der Applikationsdauer von lipidbasierten Amphoterin B konnten in den letzten Jahren einige offene Fragen bei der Behandlung der invasiven Aspergillose mit liposomalem Amphotericn B beantwortet werden. Ambisome ist mit der initialen Dosis von 3 mg/kg Körpergewicht zur Behandlung der invasiven Aspergillose ebenso effektiv wie eine höherere Dosis bei Therapiebeginn (10 mg/kg) aber weniger toxisch (5). Welche Dosis vom AmBisome bei febriler Neutropenie ausreichend effektiv ist, bleibt allerdings weiter offen (16,22). Lipidbasierte Amphotericin B - Zubereitungen sind vor allem für langdauernde Behandlungen geeignet. Die eingesetzten Tagesdosen der einzelnen lipidbasierten Amphotericin B - Formulierungen variieren, so dass diesbezügliche Empfehlungen nur eingeschränkt möglich sind.

Autor: Meinolf Karthaus, München
Letzte Aktualisierung: 25.11.2009