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Patienten mit hepatolienaler („chronisch-disseminierter“) Candida-Infektion zeigen nicht selten einen über Wochen und Monate anhaltenden scheinbar resistenten Verlauf unter voll dosierter und typischerweise hoch wirksamer antimykotischer Therapie. Legrand et al. aus Paris beobachteten bei 10 solcher Patienten, überwiegend mit akuten Leukämien als Grunderkrankung, die im Median 40 Tage lang bereits antimykotisch behandelt waren, nach Gabe von Glukokortikoiden eine prompte Entfieberung innerhalb von 2 Tagen und eine Normalisierung des C-reaktiven Proteins innerhalb von 3 Wochen. Unter Fortführung der Steroidbehandlung und einer Fluconazol-Erhaltungstherapie konnten die Patienten im Median nach 9 Tagen aus stationärer Behandlung entlassen werden. Rückfälle der hepatolienalen Candidiasis traten bei einer Nachbeobachtungszeit von mindestens 4 Jahren nicht auf (Legrand et al, Clin Infect Dis 2008;46:696-702). Diese Beobachtung steht im Einklang mit der Vermutung, dass hier (wie auch in Fällen von invasiver pulmonaler Aspergillose mit rapider klinischer Verschlechterung anlässlich der hämatopoetischen Regeneration nach schwerer Myelosuppression) ein Immunrekonstitutionssyndrom vorliegen kann (siehe auch Miceli et al, Cancer 2007;110:112-20; Singh N & Perfect JR, Lancet Infect Dis 2007;7:395-401).
Autor: Georg Maschmeyer, Potsdam
Letzte Aktualisierung: 05.11.2009