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Intrazelluläres Hitzeschockprotein 90 (hsp90) spielt eine wichtige Rolle in der molekularen Regulation der Resistenz von Pilzen gegen diverse antimykotische Substanzen im natürlichen Habitat sowie in der Abwehr antimikrobieller Chemikalien (Cowen, Nat Rev Microbiol 2008;6:187-98). Gleichzeitig scheinen Candida spp. mit Hilfe von extrazellulärem hsp90 ihre Invasivität zu vermitteln und in der Interaktion mit Stickoxid Einfluss auf den Tonus der umgebenden Gefäßmuskulatur auszuüben (Picard, Nat Cell Biol 2004;6:479-80; Matthews & Burnie, Curr Mol Med 2005;5:403-11). Nachdem im experimentellen Setting bereits ein Benefit durch den Einsatz eines Antikörpers gegen hsp90 in der Sepsis berichtet wurde (Chatterjee et al, Am J Respir Crit Care Med 2007;176:667-75), wurde 2006 das Ergebnis einer placebo-kontrollierten Studie zur Behandlung invasiver Candida-Infektionen mit lipidformuliertem Amphotericin B allein oder in Kombination mit dem monoklonalen hsp90-Antikörper Efungumab (Mycograb) publiziert (Pachl et al, Clin Infect Dis 2006;42:1404-13). Hier zeigte sich eine signifikante Überlegenheit der Kombinationstherapie hinsichtlich des klinischen und mikrobiologischen Ansprechens sowie der infektionsbedingten Sterblichkeit. Auf Grund der relativ kleinen Patientenzahl und vieler offener Fragen in der Interpretation der Studienergebnisse hat sich der Einsatz einer solchen Kombination von Antimykotika und Antikörpern bislang klinisch noch nicht durchgesetzt. Die Weiterentwicklung dieses klinischen Therapieansatzes steht derzeit in Frage (Karwa & Wargo, Ann Pharmacother 2009;43:1818-23).
Autor: Georg Maschmeyer, Potsdam
Letzte Aktualisierung: 05.11.2009